Sprich mit mir

Veröffentlicht von sayaa.de am

Kinder tun es ständig und vollkommen ungeniert: sie brabbeln und reden beim spielen, beim beobachten von Dingen, beim erkunden der Umwelt. Völlig normal und unbedacht. Sie tun es aus einer Selbstverständlichkeit heraus und bündeln so ihre Aufmerksamkeit zu dem, was sie gerade erleben und wahr nehmen. Zeitgleich schulen sie damit ihre Sprache.

Selbstgespräche sind Werkzeuge des Denkens!

Entwicklungspsychologe Adam Winsler

Raus mit der Sprache

Als Erwachsener schiert sich das nicht. Wer Selbstgespräche führt, wird oftmals als ein wenig gaga abgestempelt. Dabei ist diese Art der Kommunikation, auch Autokommunikation genannt, völlig normal. Denn laut Studien ist es nachgewiesen, wer beim Lösen von Aufgaben laut mit sich selbst redet, ist schneller und besser in den Ergebnissen.

Verkneifen wir uns Selbstgespräche, machen wir uns das Leben unnötig schwer. Denn nicht nur für Kinder sind sie wichtige Hilfsmittel. Durch Selbstgespräche werden Gedanken geordnet, die Konzentration gesteigert, die Aufmerksamkeit erhöht und das Gedächtnis trainiert sowie ein effektives zielgerichtetes Handeln gefördert.

Selbstgespräche sind Ausdruck von inneren Prozessen

Beim Sprechen produzieren wir nicht nur Wörter und Gedanken, sondern auch Bilder. Alles wird konkreter. Die Wörter, die aus uns heraus sprudeln, haben wiederum Einfluss auf unsere Gefühle.

So z.B. können wir durch ein Selbstgespräch unsere Gefühlslage bzw. unsere Stimmung beeinflussen. Beispielsweise, wenn wir etwa schlecht geschlafen haben, kann ein Selbstgespräch mit den Worten: “Es ist nicht schlimm, das ich unruhig geschlafen habe. Es ist ok. Ich bin dennoch erholt” für ein positives Gefühl sorgen.

Selbstgespräche steigern das Selbstbewusstsein

Dieses positive Gefühl wiederum erzeugt Glückshormone, so dass wir uns frischer und fitter fühlen. Diese Art der Selbstgespräche gilt auch als Selbstmotivation und steigert das Selbstbewusstsein.

Schweigt ihr Stimmen da drin!

Leider reden wir aber nicht immer nett mit uns. Manchmal sind wir ziemlich garstig. Wir beschimpfen uns, werten uns ab, meckern und sagen uns selbst, wie dumm oder blöd wir sind, nur weil uns vielleicht etwas runter gefallen ist oder wir etwas vergessen haben. Das ist dann Selbstkritik. Selbstkritik ist solange nicht gefährlich, solange wir diese laut aussprechen. Das vor-sich-hin Geschimpfe in Gedanken führt langfristig zu überzogenen Selbstzweifeln, Minderwertigkeitsgefühlen, Ängsten oder sogar zum berühmt berüchtigten Gedankenkarussel. Ist hier erst einmal richtig Power drin, lässt sich diese Fahrt nur noch schwer stoppen.

Der Ton macht die Musik

“Der Ton macht die Musik” – hach ja, das hat meine Mutter als ich noch Kind war, ganz oft zu mir gesagt.
Wir können alles aussprechen, was uns bewegt oder wir meinen, mit der richtigen Tonalität.

Wie bekommen wir nun einen inneren negativen Monolog zum stoppen?

Rede mit Dir selbst als wärst Du jemand Anderer!

Anstatt Dich mit ich, mein, meins anzusprechen, verwende Deinen Vornamen oder die Pronomen du oder Sie.
Klingt albern? Probiere es aus. Das macht richtig Laune 🙂

“Du schaffst das Petra!”
“Mach`dir nichts draus, beim nächsten Mal geht es besser!”
“Sie können das richtig gut – geben Sie nicht auf!”

Indem wir uns selbst ansprechen, wie jemand anderen und das am besten liebevoll und verständnisvoll, wie wir es z.B. bei einer Freundin tun würden, verändert sich unsere Selbstwahrnehmung sowie die Wahrnehmung auf die Situation, in der wir uns gerade befinden.

Fazit:

Rede so oft wie möglich laut mit Dir selbst in einer freundlichen, zugewandten und positiven Art, um Deinen Selbstwert zu erhöhen!

Denke laut beim Finden von Lösungen oder Erledigungen von Aufgaben, um Dein Selbstbewusstsein und Deine Aufmerksamkeit zu steigern!

Wenn Du Unterstützung benötigst, weil Dein innerer Dialog bereits so negativ und festgefahren ist, dann könnte mein
6-Wochen Stresspräventionskurs vielleicht die Lösung für Dich sein. Schau gerne mal rein 🙂


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